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Autor & Leseprobe
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Nicky Szápáry  Jahrgang 1959. Mit der Flinte aufgewachsen. Bewegungstalent. Zu Hause in Dobersberg im Waldviertel und in Vero Beach, Florida, USA. An beiden Orten unterhält er Schießschulen. |
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Viele träumen davon, nur wenige schaffen es: Souverän mit der Flinte umzugehen. Beständig hohe Trefferquoten zu erzielen. Und dabei ist es viel einfacher, als man denkt. Im Buch „Flinte“ zeigt Nicky Szápáry, Flintenschütze von Kindesbeinen an und zweifacher Olympia-Teilnehmer, wie es geht. – Für Flintenmänner. Und Flintenweiber. ... bei geradlinig überkopf zustreichenden Zielen – wie etwa dem typischen Stichfasan – kann in der Ausgangsposition entweder das vordere oder das hintere Bein belastet werden. Auf keinen Fall sollte jedoch das Gewicht während der Bewegung vom vorderen auf das hintere Bein verlagert werden, weil dadurch eine Parallelverschiebung der Flinte entsteht. Auch hier gilt es, das Standbein während der Bewegung nicht zu ändern. Beginne ich mit der Belastung auf meinem vorderen Fuß, so muss dies auch am Ende der Bewegung noch so sein. Zu diesem Zweck muss das Becken nach vorne schwingen, und als Folge wird die Ferse des hinteren Beines gehoben werden. Beginne ich beim Überkopfschuss auf dem hinteren Fuß, so ist in der Endposition die Ferse des vorderen Fußes gehoben. Achtet man allein darauf, die Bewegung mit der Entlastung der jeweiligen Ferse zu beenden, entsteht automatisch ein harmonischer Schwung, der den ganzen Körper mit einbezieht.  
 
 Die Beschleunigung nachvollziehen und das Ziel in einer ruhigen Bewegung überholen! Beobachtet man einen routinierten Schützen in einer solchen Situation, so bewegt sich dieser sehr langsam und gelassen. Man wird erkennen, dass die Mündung dabei stetig beschleunigt wird. Der Grund liegt in der Tatsache, dass das Ziel allein aufgrund der Änderung der Perspektive relativ zum Beobachter beschleunigt. Ein noch weit entferntes, im spitzen Winkel ankommendes Ziel bewegt sich relativ gesehen "langsamer", als wenn es sich direkt über dem Kopf befindet und daher auch der Winkel stumpfer ist. Die absolute Bewegung des Zieles ist dabei eher zweitrangig. Ein Vogel wird wahrscheinlich mit gleichbleibender oder etwas zunehmender Geschwindigkeit vorüberfliegen. Auch eine Wurfscheibe, die nach Verlassen der Maschine stetig an Geschwindigkeit verliert, erfährt in der Perspektive eine Beschleunigung, da die Abnahme der absoluten Geschwindigkeit in der Regel von der Zunahme der relativen Geschwindigkeit mehr als wettgemacht wird. Die Aufgabe des Schützen ist es daher, diese Beschleunigung möglichst synchron nachzuvollziehen, genau genommen sogar etwas zu überzeichnen, um mit der Flinte das Ziel in einer ruhigen Bewegung zu überholen. Die Bewegungsvorstellung beim Überkopfschuss ist, dass die Flinte mit dem Körper gezogen wird; niemals darf sie von den Armen gehoben werden. Hebe ich nämlich die Flinte mit den Armen in Richtung Ziel, so habe ich im spitzen Winkel nach vorne sehr schnell das Ziel erreicht. Je höher und je näher über meinen Kopf das Ziel aber heranstreicht, umso schwieriger wird es, die Flinte mit dem sich beschleunigenden Ziel mitzubewegen. Je mehr ich versuche, die Flinte mit den Armen in Richtung Ziel zu heben, umso mehr verändere ich dabei auch noch meinen Anschlag. Vor allem aber wird die Mündungsbewegung verzögert, während das Ziel eine Beschleunigung erfährt. Und was passiert, wenn die Mündung beziehungsweise die Verlängerung der Laufachse zum Ziel sich langsamer als das Ziel bewegt, ist leicht zu erraten: Der Schuss geht wahrscheinlich hinten vorbei. Wie macht man es richtig? Wie macht man es nun aber richtig? Wie kann man den nötigen Schwung in der Mündung erzeugen? Wie entsteht diese stetige Beschleunigung, die notwendig ist, um das sich beschleunigende Ziel zu überholen? – Ganz einfach: Man muss wieder den ganzen Körper einsetzen! Wenn sich der ganze Körper bewegt, wird auch die Mündung nicht stehen bleiben. Wieder ist es da hilfreich, einem routinierten Schützen beim Überkopfschuss genauer über die Schulter zu blicken. Dabei wird auffallen, dass er die zweite Hälfte der Bewegung mit einem "Knickserl" begleitet, um schließlich mit entlasteter Ferse zu enden. Er setzt also ganz bewusst die Kniegelenke ein. Wie ein Pinselstrich ... Was passiert dabei eigentlich? – Das "Knickserl" bringt den ganzen Körper ins Schwingen. Nützt man diesen Knieeinsatz, um das Becken über das Standbein nach vorn pendeln zu lassen, so schwingt automatisch der Oberkörper und damit auch die Flinte nach hinten. Dosiert eingesetzt, erzeugt man so eine stetige Beschleunigung in der Mündung. Das Gefühl ist, als ob man die Flinte mit den Knien ziehe. Zur besseren Erklärung stelle man sich einen breiten, triefend nassen Malerpinsel vor, mit dem man das Ziel übermalt. Es geht hierbei nicht darum, so schnell wie möglich vor das Ziel zu gelangen. Dies würde der Vorstellung gleichkommen, einen Punkt vor das Ziel setzen zu wollen. Im Gegenteil, das Hauptaugenmerk liegt auf einer ruhigen Übermalung des Zieles, wobei gedanklich ein satter Farbstreifen hinterlassen wird. Dieser beginnt ein gutes Stück hinter dem Ziel und geht, nachdem das Ziel übermalt worden ist, in jene Richtung weiter, in die das Ziel sich bewegt hätte. Diese Vorstellung hilft meist, die Bewegung zu beruhigen und somit einen gleichmäßigeren Zug in die Mündung zu bringen ...
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