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  Rotwild in den Bergen
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Rotwild in den Bergen


Hubert Zeiler

Ein richtungsweisendes Werk in Sachen Rotwild!
336 Seiten, über 100 Farbbilder und SW-Zeichnungen.

 
 
 
 
Stück Beschreibung Artikel Nr. Preis
Buch 336 Seiten, 100 Farbbilder und SW-Zeichnungen 2330150003  € 65,00
 
 
  (Preis inkl. MwSt. zzgl. Versandkosten)
 
 
   
 
 
 

Autor & Leseprobe

 
 

Haben Sie es gewusst: Der Hirsch "treibt" in Wahrheit gar nicht. Er folgt bloß dem Tier und wartet, bis es bereit ist. Einen Beschlag gibt es nur, wenn der "Begattungssprung" erfolgt. – Spannendes rund um das Rotwild.

 

Beim Werben läuft der Hirsch auf das Tier mit vorgestrecktem Träger zu und folgt ihm mit ausgestrecktem Lecker. Dabei versucht er das Feuchtblatt abzulecken. Ist das Tier noch nicht paarungsbereit, so läuft es vor dem Hirsch davon. Das "Treiben" hat also nichts damit zu tun, dass der Hirsch das Tier vor sich hertreibt – er folgt ihm lediglich. Röhren und Treiben können den Eisprung beschleunigen. Beeinflusst wird der Zeitpunkt der Empfängnisbereitschaft wie auch der Erfolg des Beschlages aber auch vom Alter sowie von der Kondition des Tieres. Interessante Szenen kann man erleben, wenn man Schmaltiere beobachtet, die ja zum ersten Mal in der Brunft sind. Man hat das Gefühl, dass sie oft besonders aufgeregt sind. Manchmal mahnen sie ständig, der Hirsch treibt oft ausdauernd und lange, das Stück lässt die Annäherung zwar nicht zu, sucht aber trotzdem immer wieder seine Nähe, sodass sich das Werben oft lange hinzieht.

Kahlwild wählt ...
Kahlwild sucht sich den Hirsch selbst aus. Der Hirsch versucht zwar Tiere, die sein Brunftrudel verlassen wollen, durch Drohen mit hoch erhobenem Haupt wieder zurückzuholen, wenn aber die Dame nicht will, hat er nicht viele Möglichkeiten. Das Geweih wird nie gegen ein Weibchen gerichtet oder gar eingesetzt.
Ist das Tier nun endlich bereit, dann weicht es dem Hirsch nicht mmehr aus und bleibt stehen, der Wedel des Tieres ist nach oben gerichtet, die Hinterläufe sind leicht eingewinkelt. Der Hirsch beleckt vielleicht noch einmal das Feuchtblatt, legt sein Haupt auf den Rücken des Tieres und reitet schließlich auf. Beim Beschlag bäumt sich der Hirsch hoch und stößt sich für einen Augenblick vom Boden ab. Man nennt dies auch "Begattungssprung". Gleich darauf fällt er wieder vom Tier ab und röhrt, während das beschlagene Stück noch kurz am Platz verharrt. Nicht immer ist das Aufreiten auch ein sicheres Zeichen für einen Beschlag, dieser erfolgt nur, wenn der Hirsch sich wirklich mit den Läufen vom Boden abstößt. Ein Rehbock verteidigt ein Revier und beschlägt in diesem Territorium seine Geißen. Ein Rothirsch verteidigt sein Kahlwild und zieht, wenn es nötig ist, mit dem brunftigen Tier zwischen Brunftplatz und Tageseinstand, die auch weit auseinanderliegen können. Dies ist zum Beispiel dort der Fall, wo Brunftplätze sowie günstige Äsungsplätze am Boden inneralpiner Täler liegen – die sicheren Tageseinstände sind oft hoch oben im Bergwald. Tagtäglich nutzt das Wild dieselben Wechsel, um am Abend die Wiesen aufzusuchen und am frühen Morgen wieder zurück in die entlegenen Einstände zu ziehen. Bei geringen Rotwilddichten zieht dann der Hirsch hinter einem brunftigen Tier und dessen Kalb und verlässt es nicht. Brunftplatz und Einstand können ohneweiters auch 4 bis 5 Kilometer auseinander liegen.

Gute Brunftplätze: mit Äsung und Wasser
Große Brunftplätze, die einer Menge Kahlwild Platz und Äsung bieten, sind meist übersichtliche große Wiesen, Almböden, Hochplateaus, große Kessel mit Lichtungen oder die Bergmatten über der Waldgrenze. Das Kahlwild gruppiert sich in der Brunftzeit zwar stärker, dies zeigen Beobachtungen aus dem Schweizer Nationalpark und auch von der Hebrideninsel Rum, dabei spielt aber auch das jahreszeitliche Äsungsangebot eine große Rolle. Auf guten Brunftplätzen gibt es oft auch Suhlen oder Wasser. Rotwild liebt feuchte, morastige Bereiche, wo es sich suhlen kann und Abkühlung findet. Oft werden dabei bestimmte Brunftplätze über Jahrzehnte bevorzugt – vorausgesetz die Äsungsqualität passt und das Wild ist weitgehend ungestört. Steht das Rindvieh zu lange auf der Alm, und es kann nur wenig Gras nachwachsen, gibt es also zu wenig Äsung für größere Rudel, so weicht das Wild aus. Offenes, möglichst ebenes und übersichtliches Gelände ist zwar von Vorteil, ohne Nahrungsangebot wird sich dort aber nicht viel abspielen.

 
 
 
 
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