Nocpix OMNI im Vergleich: 8K-Fernglas mit Wärmebild gegen ThermTec Ventus
Finden und Ansprechen in einem Gerät
Warum Multispektral-Ferngläser die Jagd verändern
Wer bisher nachts im Revier unterwegs war, brauchte meist mehrere Geräte: ein Fernglas für den Tag, ein Wärmebildgerät zum Finden und ein Nachtsichtgerät zum Beurteilen. Multispektral-Ferngläser wie das Nocpix OMNI oder das ThermTec Ventus vereinen alles in einem Gerät und wechseln per Tastendruck zwischen den Kanälen. Das verändert die Jagd in zwei Punkten.
Finden und Ansprechen in einem Gerät. Der Wärmebildkanal zeigt Wild in der Dunkelheit, auch hinter Gras, Gebüsch oder im Nebel. Für ein sicheres Ansprechen liefert er aber zu wenige Details. Hier kommt der digitale Nachtsichtkanal ins Spiel. Mit IR-Aufheller zeigt er ein detailreiches Bild, auf dem sich Geschlecht, Alter und Verhalten deutlich besser beurteilen lassen als im reinen Wärmebild. Ein Tastendruck genügt, ohne das Gerät abzusetzen oder zu wechseln.
Ein Glas für Tag und Nacht. Bei Tageslicht arbeitet das Gerät als digitales Fernglas mit Farbbild, in der Dämmerung übernimmt der Digitalkanal nahtlos. Das spart Gewicht, Gepäck und Zeit, vor allem im entscheidenden Moment.
Ehrlich gehört dazu: Die Reichweite der digitalen Nachtsicht ist durch den IR-Strahler begrenzt und liegt deutlich unter der des Wärmebilds. Für Entdecken und Ansprechen auf typischen Revierdistanzen reicht sie in der Regel aus. Je nach Bundesland gelten außerdem unterschiedliche Regeln für den Einsatz von Nachtsicht- und Wärmebildtechnik bei der Jagd. Das sollte vor dem Kauf geprüft werden.
Das OMNI in Kürze
Beide Modelle vereinen Tag- und Nachtsicht, Wärmebild, Laserentfernungsmesser (bis 1.000 m) und wechselbare IR-Beleuchtung (850/940 nm) in einem Gehäuse. Der Digitalkanal löst mit 8192 × 6144 Pixeln auf. Das L19R (384 × 288 Wärmebild, 19 mm) kostet 1.799 Euro UVP, das H35R (640 × 512, 35 mm) 2.899 Euro.
Eine Einordnung gehört dazu: Das Bild sieht man auf einem 0,5-Zoll-AMOLED-Display mit 1600 × 1200 Pixeln. Der Vorteil der 8K zeigt sich deshalb vor allem beim digitalen Zoom und beim Heranholen von Details. Das OMNI ist erst seit Ende September erhältlich, die Aussagen beruhen daher auf den Datenblättern und nicht auf einem Langzeittest.
OMNI H35R gegen Ventus 635L
Beide Geräte haben einen 640 × 512-Wärmebildsensor mit 12 µm, NETD ≤ 15 mK, ein 35-mm-Objektiv mit F0.9, Laserentfernungsmesser bis 1.000 m und umschaltbare IR-Beleuchtung. Das Wärmebild-Sehfeld ist mit rund 22 m auf 100 m praktisch identisch.
Die Unterschiede liegen woanders:
- Preis: Das H35R kostet 2.899 Euro, das Ventus 635L 3.099 Euro UVP und im Handel um die 3.000 Euro. Das Nocpix ist damit rund 100 bis 200 Euro günstiger.
- Digitalkanal: 8K mit F1.8 beim Nocpix, 4K mit F1.4 beim ThermTec. Das Nocpix bietet mehr Auflösung, das ThermTec ein lichtstärkeres Objektiv.
- Praxis: Das Ventus ist seit Monaten am Markt, hat Bild-in-Bild und einen elektronischen Bildstabilisator und wiegt rund 830 g. Das H35R bringt 0,99 kg auf die Waage.
Bei den Wärmebilddaten liegen die beiden gleichauf. Das OMNI bietet mehr Digitalauflösung zum günstigeren Preis, das Ventus mehr Praxiserfahrung und weniger Gewicht.
OMNI H35R gegen Ventus 650L
Das Ventus 650L hat ein 50-mm-Wärmebildobjektiv mit F1.0 und 15,4 m Sehfeld auf 100 m. Es ist die Wahl für große Freiflächen und lange Distanzen, kostet aber rund 3.690 Euro, also etwa 800 Euro mehr als das H35R. Wer vor allem weit ansprechen muss, wird beim 650L eher fündig. Wer ein Allround-Gerät sucht, bekommt beim H35R das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis.
OMNI L19R: der günstige Einstieg
Ein ThermTec-Binokular mit 384er-Sensor haben wir nicht gefunden, das Ventus beginnt bei 640 × 512. Das L19R kostet 1.799 Euro und damit rund 1.300 Euro weniger als das 635L. Es ist ein anderes Gerät: Das Wärmebild hat weniger Auflösung und eine geringere Reichweite (laut Händlerangabe rund 986 m), dafür ein sehr weites Sehfeld von 24 × 18 m. Es eignet sich zum schnellen Absuchen von Flächen, weniger für das Ansprechen auf große Distanz.
Die Daten im Überblick
| Nocpix L19R | Nocpix H35R | ThermTec 635L | ThermTec 650L | |
|---|---|---|---|---|
| Wärmebildsensor | 384×288 | 640×512 | 640×512 | 640×512 |
| Wärmebildobjektiv | 19 mm, F0.9 | 35 mm, F0.9 | 35 mm, F0.9 | 50 mm, F1.0 |
| Sehfeld auf 100 m | 24×18 m | ca. 22×16 m | 21,9 m | 15,4 m |
| Digitalkanal | 8K | 8K | 4K | 4K |
| LRF | 1.000 m | 1.000 m | 1.000 m | 1.000 m |
| Preis (UVP) | 1.799 € | 2.899 € | ca. 3.099 € | ca. 3.690 € |
Weitere Alternativen
Auch HIKMICRO bietet Multispektral-Ferngläser an. Das Habrok 4K HH35L 2.0 (384 × 288, 4K-Digitalkanal, IP67, 1.899 Euro) liegt in der Klasse des L19R und nennt mit 1.800 m eine deutlich höhere Detektionsreichweite.
Fazit
Multispektral-Ferngläser sind für die Jagd bei Tag und Nacht ein echter Fortschritt, weil sie Finden und Ansprechen in einem Gerät ermöglichen. Das OMNI ist dabei ein starker Neuzugang. Im Wärmebild bewegt es sich auf dem Niveau der Konkurrenz, im Digitalkanal setzt es neue Maßstäbe, und beim Preis liegt es unter dem Ventus. Wer ein erprobtes, leichteres Gerät will, ist mit dem Ventus gut bedient. Wer auf Digitalauflösung und Preis schaut, sollte sich das OMNI ansehen. Ob der 8K-Vorteil im Revier spürbar ist, müssen Praxistests zeigen.
Alle Leistungsangaben stammen von den Herstellern und Händlern, Preise sind UVP bzw. Händlerpreise (Stand 03.10.2026).

