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4. August 2026 · von Hubert Redtensteiner

Wildrufe richtig einsetzen

So lockst du Rehbock, Rothirsch, Fuchs & Co.

Wildrufe gehören zu den ältesten und wirkungsvollsten Jagdtechniken überhaupt. Wer sie beherrscht, bringt das Wild auf wenige Meter heran. Aber: Falscher Ruf, falsches Timing oder schlechte Technik – und der Bock dreht ab. In diesem Artikel erfährst du alles, was du wissen musst.

Warum Wildrufe? Die Psychologie des Lockens

Wild kommuniziert ständig akustisch – zur Brunft, bei Gefahr, auf Nahrungssuche oder bei Sozialkontakt. Wer diese Laute kennt und imitieren kann, nutzt den natürlichen Instinkt des Wildes aus. Das Tier folgt dem Ruf, weil es Konkurrenz, Paarungspartner oder Beute vermutet.

Der Schlüssel liegt nicht nur im richtigen Ruf, sondern im Zusammenspiel aus Laut, Intensität, Timing und Windrichtung. Ein perfekter Ruf aus dem Wind heraus ist wertlos.

 Tipp: Immer mit dem Wind ansitzen! Der beste Ruf nützt nichts, wenn das Wild Witterung bekommt.

 

Übersicht: Wildrufe nach Wildart

Die wichtigsten Wildrufe und ihre Anwendung im Überblick:

 

Wildart

Typischer Laut

Zweck / Anwendung

 Rehbock

Fiepen, Schrecken

Brunftlocken, Vergrämung Nebenbock

 Rothirsch

Röhren, Brunftruf

Brunftlocken, Imponierverhalten

 Schwarzwild

Quieken (Frischling)

Raubwildlocken, Muttertier anlocken

 Fuchs

Mäuseklage, Hasenklage

Raubwildlocken zur Schadwildjagd

 Wildtaube

Gurren, Lockruf

Taubenlocken vor dem Einfall

 Stockente

Quaken, Einfalllaut

Entenjagd, Lockjagd am Gewässer

 Krähe

Todesklage

Krähenlocken, Schadwildjagd

 

Alle Wildrufe zum Anhören: superjagd.com/jagd-brauchtum/wildrufe

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Rehbock locken: Fiepen, Schrecken & Blatter

Die Rehbrunft (Juli/August) ist die beste Zeit für den Lockeinsatz. Der Bock ist in dieser Phase territorial und aggressiv – ein fremder Ruf treibt ihn an.

Das Fiepen

Das Fiepen ahmt den Ruf des Kitzes oder der Ricke nach. Es wirkt auf Böcke, die auf Partnersuche sind. Kurze, hohe Töne – 2 bis 3 Mal, dann Pause.

Das Schrecken

Ein lauter, kurzer Alarmlaut der Ricke. Wirkt auf dominante Böcke, die das Revier kontrollieren wollen. Vorsicht: zu häufig eingesetzt scheucht statt zu locken.

Buttolo & Mundblatter – die Klassiker

Der Buttolo (Gummiball-Blatter) und das Mundblatter sind die meistgenutzten Hilfsmittel beim Rehlockern. Beide imitieren das Fiepen der Ricke überzeugend – auch ohne jahrelange Übung.

 Tipp: Buttolo: Druck auf den Gummiball erzeugt das Fiepen – ideal für Einsteiger. Mundblatter: mehr Kontrolle über Tonhöhe und Intensität, erfordert etwas Übung.

 Buttolo Mundblatter

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Rothirsch locken: Röhren & Brunftruf

Die Hirschbrunft (September/Oktober) ist das Highlight des Jagdjahres. Das Röhren des Platzhirsches ist ein Imponiergehabe – ein Gegenruf kann ihn direkt provozieren.

Technik beim Hirschruf

Der Ruf muss tief, lang und dominant klingen. Zu hoher oder schwacher Ruf wirkt wie ein junger Schmaltier – der Platzhirsch ignoriert ihn. Ziel: wie ein gleich starker Konkurrent klingen.

Wann einsetzen?

  • Frühe Brunft (Mitte September): leichtes Röhren, noch vorsichtig
  • Hochbrunft (Ende September/Anfang Oktober): aggressiv, direkte Konfrontation möglich
  • Nachbrunft: Ruf deutlich reduzieren, Hirsch ist erschöpft und uninteressiert

 Niemals auf einen laufenden Hirsch rufen – er dreht sonst ab! Erst rufen wenn er steht oder äst.

 Weisskirchen Hirschruf aus Ochsenhorn (40cm)

 Weisskirchen Eifelhirschruf 2-stufig

 

Raubwild locken: Fuchs, Krähe & Co.

Raubwildlocken funktioniert das ganze Jahr – mit Ausnahme der Schonzeiten. Der Reiz liegt darin, dass Fuchs, Marder oder Krähe auf Beutegeräusche reagieren.

Fuchslocken

Die Hasenklage oder Mäuseklage ist das klassische Mittel. Kurze, klagende Töne in Folge – dann Pause. Der Fuchs nähert sich aus dem Wind heraus, also immer mit dem Wind ansitzen.

Krähenlocken

Die Todesklage (sterbende Krähe) zieht Krähen aus großer Entfernung an. Ideal in Verbindung mit einer Lockfigur (Kunststoff-Krähe) am Ansitz. Wirksamkeit im Frühjahr am höchsten.

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Federwild: Enten, Fasan & Wachtel

Beim Federwild ist der Einfall-Lockruf entscheidend – er signalisiert dem anfliegenden Vogel, dass es hier sicher und nahrungsreich ist.

  • Stockente: Quaken in kurzen Serien, dann Pause. Einfalllaut tiefer und langsamer als Alarmruf.
  • Fasan: Gackern und kurze Rufserie, wirkt besonders in der Dämmerung.
  • Wachtel: feines Pfeifen, gut kombinierbar mit Deckungsansitz in Getreidefeldern.

 Original Entenlocker von Klaus Weisskirchen

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Die 5 häufigsten Fehler beim Locken

  • Zu oft rufen: Das Wild gewöhnt sich an den Ruf – oder erschrickt. Weniger ist mehr.
  • Gegen den Wind rufen: Egal wie gut der Ruf – der Geruch verrät dich zuerst.
  • Falsches Timing: Außerhalb der Brunft oder Ranzzeit sind viele Rufe wirkungslos.
  • Zu nah am Ansitz rufen: Das Wild sucht dann genau dort den Rufer – und sieht dich.
  • Kein Sicherungsansitz: Beim Raubwildlocken kommt das Tier schnell und lautlos – immer sichern!

 

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Fazit

Wildrufe sind eine Kunst, die sich lohnt zu erlernen. Wer die Grundregeln kennt – richtiger Ruf, richtiges Timing, immer mit dem Wind – kann spektakuläre Begegnungen im Revier erleben, die mit passivem Ansitzen nie möglich wären.

Starte mit dem Buttolo beim Rehbock, übe den Hirschruf zu Hause mit einer CD und probiere im Herbst die Krähen-Todesklage – du wirst überrascht sein, wie schnell das Wild reagiert.

 

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