Kletterbaumsitz – 10 Praxistipps für den mobilen Ansitz
Kletterbaumsitz richtig einsetzen
Das Wild kennt jeden festen Hochsitz im Revier – und sichert entsprechend. Der Kletterbaumsitz löst dieses Problem radikal: kein fester Standort, kein vertrautes Risiko für das Wild, maximale Flexibilität für den Jäger. Hoch genug aufgebaumt ermöglicht er bei guter Rundumsicht den Blick in Dickungen von oben und gewährt einen sicheren Kugelfang.
Hier sind 10 Praxistipps für alle die mit dem Kletterbaumsitz neu einsteigen – oder das Maximum aus ihm herausholen wollen.
TIPP 1: Den richtigen Baum wählen – das A und O
Der Baum sollte eine griffige Borke aufweisen – zum Beispiel Douglasie, Kiefer bis zur Spiegelrinde oder Eiche – einen Durchmesser zwischen 20 und 50 cm haben und bis zur angestrebten Höhe möglichst astfrei sein. Totholz und zu dünne Stämme unter 20 cm sind tabu. Kleine Äste lassen sich mit einer Klappsäge bereits beim Erkunden entfernen.
TIPP 2: Baum vorher erkunden – nicht erst beim Ansitz
Grundsätzlich ist es sinnvoll, bereits vor dem geplanten Ansitz einen Baum im Revier erkundet zu haben. Idealerweise ist der Weg zu diesem Baum bereits gefegt und der Baum so markiert, dass man ihn auch in der Dunkelheit findet. Wer unvorbereitet in der Abenddämmerung einen Baum sucht, verliert wertvolle Ansitzzeit und hinterlässt Witterung.
TIPP 3: Eigensicherung – niemals ohne Klettergurt
Das A und O beim Klettern mit einem Klettersitz ist die Eigensicherung. Zur Eigensicherung trägt der Jäger einen Klettergurt, der mit einem Sicherungsseil verbunden ist, das um den Stamm geschlungen wird. Ein Handy sollte man für alle Notfälle immer dabei haben. Kein Ansitz ist einen Sturz wert.
TIPP 4: Höhe klug wählen – mehr ist nicht immer besser
Wie weit die mögliche Höhe ausgeschöpft wird, hängt neben dem Wohlbefinden des Jägers auch vom Geäst der Nachbarbäume ab. Manchmal ist das Sichtfeld in einer Zwischenhöhe besser als bei der Maximalhöhe. 6–8 Meter sind für die meisten Situationen ideal – ausreichend für guten Kugelfang und Windvorteil, ohne unnötiges Risiko. Stranzinger Gruppe
TIPP 5: Standort an der Dickung – hier spielt der Klettersitz seine Stärken aus
Der optimale Standort für einen Kletterbaum ist an oder in einer Dickung – Plätze die mit einer konventionellen Ansitzeinrichtung kaum zu bejagen wären. Wo sonst nur ein Rascheln in der Vegetation zu hören war, kommt das Wild nun tatsächlich in Anblick. Acl
TIPP 6: Kugelfang und Sicherheit verbessern
Durch die Höhe wird der Kugelfang verbessert und kann auch auf vergleichsweise weitere Entfernungen gewährleistet werden – in Hanglagen oder bei sehr flachem Gelände erweitert sich das Schussfeld deutlich. Wo sich ein Schuss von einer 2-Meter-Ansitzleiter verbietet, ist er von 8 Meter Höhe oft problemlos möglich. Acl
TIPP 7: Flexibel bleiben – Windrichtung nutzen
Der größte Vorteil des Kletterbaumsitzes ist die Mobilität. Aufbaumen an Wechseln, zum Austesten von Standorten für geplante feste Jagdeinrichtungen oder als Alternativstandort bei ungünstigen Windverhältnissen kann zur Routine werden. Wer den Wind im Rücken hat, bleibt unentdeckt – egal wo der Wechsel liegt.
TIPP 8: Drückjagd-Setup – stehend schießen für 360°
Für das Drückjagd-Setup bietet es sich an, den Abstand zwischen Fußteil und Oberteil etwas zu vergrößern, sodass man bequem stehen kann und eine Gewehrablage hat. Der stehende Anschlag auf dem Klettersitz hat den Vorteil, dass man 360° wirken kann. Beim sitzenden Anschlag ist der Wirkungsbereich auf etwa 180° begrenzt.
TIPP 9: Gewicht und Transport – nah am Weg bleiben
Bei all den Möglichkeiten sollte der ausgewählte Platz nicht zu weit vom nächsten Weg oder Parkplatz entfernt sein. Durch den Sitz und die dazugehörige Ausrüstung trägt der Schütze einiges an Gepäck. Ein Summit Titan SD wiegt rund 8–9 kg – über 500 Meter im Winter in voller Jagdausrüstung ist das eine Herausforderung. Realistisch planen.
TIPP 10: Spanngurt für den Sitz – oft unterschätzt
Ein Spanngurt hat sich als Sicherung des Sitzteils in der Höhe am Baum bewährt – verhindert ungewolltes Absenken während des Ansitzes und gibt dem Jäger mehr Stabilität beim Schuss. Gehört zur Grundausstattung, ist aber oft nicht im Lieferumfang enthalten.
FAZIT:
Der Kletterbaumsitz ist kein Ersatz für den festen Hochsitz – er ist eine Ergänzung die Revierteile erschließt die sonst unbejagbar wären. Wer die Technik beherrscht und sicher damit umgeht, hat einen echten Vorteil. Der erste Ansitz sollte tagsüber bei vollem Licht stattfinden – Sicherheit vor Jagderfolg.
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