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Magazin · Jagd Praxis
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7. April 2011 · von Hubert Redtensteiner

Saubart selbst binden

Wie kommt man von Saufedern zum fertigen Saubart?

Frischlinge haben in der Regel die längsten Federn!

Die geeignetsten Borsten (Federn) finden sich auf dem Rücken im Bereich des Nackens und der Lendenwirbelsäule der Sau und bedecken einen in etwa handbreiten Streifen.

Es ist weder notwendig, noch sehr sinnvoll, die Federn im Revier gleich nach dem Schuss zu rupfen. Selbst mit einer Zange tut man sich schwer beim Rupfen - die Federn haften sehr fest im Unterhautgewebe.

Am besten nach dem Abschwarten die Bereiche mit den Federn aus der Decke herausschärfen und in einem Topf mit Wasser kochen. Man bringt das Wasser zum Sieden und kocht die Schwartenstücke etwa fünf Minuten lang. Nach dem Abtropfen und Abkühlen lassen sich die Federn büschelweise und ganz leicht mit Daumen und Zeigefinger herausziehen.

Hinweis: Besser reichlich rupfen, denn es bleibt am Ende weniger übrig als man glaubt.

Die Federn werden als gesamtes Bündel mittig mit einem Faden oder Gummiband zusammengebunden und einer Reinigung mit Haar- oder Feinwaschmittel unterzogen - bis das Spülwasser sauber und klar abläuft.

Mit einem mittelfeinen Kamm wird das Bündel sowohl in Richtung Haarwurzeln, als auch in Richtung Spitzen sorgfältig ausgekämmt, um Unterwolle und zu dünne Borsten zu entfernen.

Achtung: Das Bündel wird dadurch deutlich geringer!

Nach dem Trocknen breitet man die Federn auf einem weißen Bogen Papier aus und entfernt mit einer Pinzette gründlich alles Unbrauchbare.

Die sortierten Federn stellt man mit den Wurzeln nach unten in ein kleines Glas, das öfter auf dem Tisch oder der Handfläche aufgestoßen wird damit die Wurzeln alle auf gleicher Höhe zu liegen kommen und die Federn sich mit ihrer natürlichen Krümmung in die gleiche Richtung sortieren.

Saubärte werden in der Regel flach gebunden!
Die benötigte Halterung kauft man sich am besten im Jagdfachhandel.

Die Federn werden, mit der Krümmung in der richtigen Richtung, bündelweise in den Halter gesteckt und zwar so viele wie möglich. Der Halter ist am unteren Ende üblicherweise offen, so dass die Lage der Federwurzeln gut kontrollierbar ist. Die Wurzeln befinden sich optimal ca. 3-4 mm unterhalb des Randes der Halterung.

Dieser Hohlraum ist nun mit einem Zweikomponentenkleber aufzufüllen. Dabei sind die Kleber, die ein Harz als Härter verwenden, vorzuziehen. Der Kleber soll einerseits die Wurzeln verkleben und andererseits durch Kapillarwirkung einige Millimeter in den Bart eindringen, um alle Federn zusammenzuhalten.

Tipp: Die Kapillarwirkung des Klebers erhöht sich, wenn man den Halter mit einem Fön oder Heißluftgebläse erwärmt.

Das Ganze lässt man in Richtung Kleber nach oben in Ruhe aushärten.

Nach ca. 24 Stunden können Sie den Bart bereits als Trophäe am Hut tragen.

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